Mit dem Segen durch die Prüfungen - PrüfungsSegen 2019

Es ist kurz vor 18.00 Uhr. Mein Kollege Pater Jörg von den Salesianern Don Boscos und ich stehen vor der Stiftskirche in Stuttgart und begrüßen alle persönlich, die sich in diesem Jahr zum PrüfungsSegen haben einladen lassen. Es sind überwiegend Jugendliche, für die morgen die Abschlussprüfungen an Realschule und Gymnasium beginnen. Aber es sind auch einige Erwachsene dabei, die ihre Töchter und Söhne begleitet haben. Nach dem Geläut gehen wir in den Chorraum der Kirche. Die Kirchenfenster und die LED-Strahler tauchen den Raum in buntes Licht. Zu den Klängen der Akustikgitarre von Sebastian kommen alle zur Ruhe. Nach der Musik hören wir kurz in die Stille. Es folgt eine kurze Begrüßung und ein Wechselgebet. Dann der Blick auf das diesjährige Logo des PrüfungsSegens, ein Jugendlicher, der einen Stapel mit Büchern mit einer Leiter überwindet. Er ist fast oben. Nur noch ein kleiner Schritt… nur noch die Prüfungen und dann ist es geschafft. Wir hören auf eine Leitergeschichte aus der Bibel (Jakobsleiter) und denken kurz nach, was dieses Bild für uns bedeuten kann. Die Anregungen zur Verkündigung hat, wie in den vergangenen fünf Jahren, ein ökumenisches Team aus unterschiedlichen Orten zusammengestellt, die sich Jahr für Jahr im Herbst treffen und über Thema, Ablauf und Werbung (Plakatvorlage, Instagram-Kanal) für den PrüfungsSegen sprechen. Das wird dann allen, die auch einen PrüfungsSegen an ihrem Ort anbieten möchten, zur Verfügung gestellt. Das Jugendpfarramt in Stuttgart verwaltet zudem eine Homepage, auf der alle Orte des PrüfungsSegens und ihre Veranstalter*innen verlinkt sind. Dazu sind unter www.pruefungssegen.de Materialien (Plakatvorlagen und Liturgien) der vergangenen Jahre und weitere Infos eingestellt. Etwa 20 Orte in Württemberg bieten einen PrüfungsSegen an. Auch Orte in der Pfalz und Baden haben sich angeschlossen und bieten ihn mittlerweile an. Jedes Jahr kommen neue Anfragen hinzu. Das ist schön und zeigt, dass die Initiatoren des ersten PrüfungsSegens im Jahr 2012 aus Ravensburg, Jugendpfarrer Ralf Brennecke und seine katholische Kollegin, einen Nerv getroffen haben. Es tut den Jugendlichen gut, zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und dann gestärkt durch Gottes Segen den Kirchenraum zu verlassen.

Der PrüfungsSegen ist ein niedrigschwelliges Angebot für kirchlich-affine und kirchlich-distanzierte Jugendliche. Und es kommen immer auch Eltern mit. Und manche Erwachsenen lassen sich auch für ein ganz bestimmtes Anliegen segnen. Segen tut gut. Und nach einer kurzen Liturgie von etwa 15 Minuten ist es dann soweit, die Jugendlichen stellen sich an zu einer persönlichen Segnung. Sie treten nach vorne, werden nach ihrem Namen und einem Anliegen gefragt und dann werden sie ganz persönlich gesegnet. Dieser Moment ist jedes Mal einzigartig schön. Ansprechen, Angesprochen-Sein, Blickkontakt, Hände auf der Stirn und der Segen Gottes fließt durch und erreicht die Herzen der jungen Menschen, wie das des Liturgen in besonderer Weise. Und dann gehen sie gestärkt in die Zeit, die vor ihnen liegt. Am Ausgang gibt es dann noch eine Schokolade mit PrüfungsSegen-Banderole als Nervennahrung.

Viele dieser Jugendlichen habe ich zuvor nicht gekannt und ich werde die meisten auch nie wiedersehen – zumindest hoffentlich nicht mehr beim PrüfungsSegen. Aber Einzelne habe ich auch nach Jahren nochmals getroffen und sie sagen: „Der PrüfungsSegen hat mir gut getan“. Und genau so soll es sein. Auch nächstes Jahr wieder. Und vielleicht steigen auch noch andere Orte mit ein. Suchet der Prüflinge Bestes.

 

Weitere Infos gibt es auf www.pruefungssegen.de oder direkt bei Matthias Rumm (jugendpfarramt.stuttgartdontospamme@gowaway.elkw.de).

Minecraft/Minetest-Workshop am 1. und 2. November 2018

Vom 1. bis zum  2. November dieses Jahres fand unser Minecraft-Workshop statt. Er zog sich über zwei volle Tage und insgesamt 10 Kinder nahmen teil, bekamen einen Laptop von uns zur Verfügung gestellt oder brachten ihren eigenen mit. Der gesamte Workshop stand unter dem Motto des Psalms 34, 15: „Suche Frieden und jage ihm nach“. 

Der Workshop begann am 1. November um 10 Uhr und die ersten Kinder trudelten ein. Wir versuchten zu Anfang zusammen unser Motto zu erörtern. Was Frieden bedeutet und wie Frieden aussehen kann. Unsere Überlegungen versuchten danach dann in das Spiel Minecraft (oder Minetest, die kostenlose Version) einfließen zu lassen. Wir spielten hierbei über einen Online-Server miteinander. In beiden Spielen kann der Spieler Konstruktionen aus meist würfelförmigen Blöcken in einer 3D-Welt bauen. Vergleichen könnte man das Spiel mit LEGO. Unser Ansatz war dabei drei Gruppen zu bilden, die sich um verschiedene Teile der Welt kümmern sollten. Unsere Idee war einmal einen zerstörten und kriegsgezeichneten Teil zu bauen, einen Teil mit Herausforderungen (wie Rätsel) und einen Teil der Welt in dem Frieden herrscht (sozusagen das Endziel der „Jagd nach dem Frieden“). An diesem Tag spielten wir aber nicht nur vor dem PC, wir sangen auch, aßen zu Mittag und machten einen Rundgang außerhalb des Hauses, durch die Stadt.

Am 2. November setzte sich der nächste Tag des Workshops fort. Mit dem Höhepunkt, dass das Evangelische Kirchenfernsehen uns einen Besuch abstattete. Wir fragten uns zu Anfang, was Frieden verhindert und was Frieden ermöglicht. Dabei versuchten wir erneut gewonnene Inspirationen zu dem Thema in das Spiel umzusetzen. Gegen Mittag erschien dann das Fernsehen, das mehrere Aufnahmen machte und auch ein paar Kinder interviewte. Danach spielten wir zudem auch noch zusammen ein Gruppenspiel in unserer Kapelle. Der Tag endete schnell und die zwei Tage gingen wie im Flug vorüber. Das gute war dabei aber, dass die zwei Tage zwar vorüber waren, die Kinder aber immer noch die Möglichkeit besaßen von zu Hause aus, auf dem bestehenden Online-Server weiterhin miteinander zu spielen. Man konnte somit mit dem Spiel Minecraft die angefangenen Ideen, die im Vorhinein besprochen waren, fortzuführen und an der Welt weiterzubauen und das indessen mit Spielern, die sie über den Minecraft-Workshop kennengelernt hatten.

Rückblickend gesehen kann man sagen, dass dieser Workshop ein voller Erfolg war. Die Kinder waren von der ersten Minute an mit großer Begeisterung dabei und es ging besonders auch um Kooperation und ein Miteinander, da man schließlich zusammen eine Welt bauen musste, die den Vorstellungen von allen entsprechen sollte. Dabei war es wichtig Kompromisse einzugehen und zusammenzuarbeiten. Man hatte außerdem von Anfang an ein reges gemeinsames Gesprächsthema, da alle teilweise schon eine Erfahrung mit dem Spiel Minecraft oder weiteren mitbrachten.

Werkstatttage Jugendkirche 2018

Die Werkstatttage der Evangelischen Jugendkirche Stuttgart sind ein Angebot für Stuttgarter Schulen. Verschiedene KünstlerInnen arbeiten zusammen mit den pädagogischen Fachkräften der Jugendkirche auf ihre individuelle Art aktiv mit. Von einer Künstlerin für Latexobjekte, über einen Bilderhauer und Performancekünstler, bis hin zu einer professionellen Photographin arbeiten diese KünstlerInnen mit den SchülerInnen zu einem Lebens- und Glaubensthema im Kirchenraum. Denn das Ziel der Werkstatttage ist, dass die SchülerInnen die Kirche auf eine neue Art entdecken und erleben. 

‚Gott liebt mich, er kennt mich bei meinem Namen und vor allem sind wir nie vergessen‘. Dies waren einige der wichtigen christlichen Impulse, wie auch Werte, die zum Einstieg vermittelt wurden. 

Des Weiteren befassten sich die SchülerInnen mit unterschiedlichsten Themen, beispielsweise die „Schöpfungsbewahrung“ und das „Fußspuren hinterlassen“.

An zwei Werkstatttagen war es das Ziel, die SchülerInnen zu den Themen NS-Zeit und Antisemitismus zu sensibilisieren. Da die Jugendkirche eine breite, zudem beeindruckende und beziehungsreiche Geschichte besitzt, bot es sich umso mehr an, einen historischen Rundgang durch die Kirche und ihrer Umgebung zu unternehmen. Dabei betraten wir den Bunker der Kirche, besuchten das Mahnmal am Nordbahnhof sowie den christlichen und jüdischen Teil des Pragfriedhofs.

Die gewonnenen historischen Erkenntnisse und thematisierten christlichen Werte flossen in die anschließenden Kunstwerke, welche die Jugendlichen erarbeiteten, mit ein. 

Aber was hat das alles mit Kunst zu tun?

Kunst weckt Emotionen und gibt Menschen den Freiraum, ihre persönlichen Erkenntnisse auf eine kreative Art und Weise darzustellen. Die künstlerische Arbeit bot einen neuen Zugang zu christlichen Werten, wie Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Zivilcourage. 

 

Wir haben die Werkstatttage als ein tolles Angebot wahrgenommen, denn es bietet den SchülerInnen einen völlig neuen Zugang zu einem bekannten Thema. Die Jugendlichen erlebten wir aufgeweckt, neugierig und offen gegenüber den Inhalten der Werkstatttage. Zudem entstanden beeindruckende und kreative Kunstwerke, die mühevoll erarbeitet wurden. Wir freuen uns, dass wir mitwirken durften und somit auch eigene wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.

Pfingstnacht 2018

Berührende, aufrüttelnde Klänge des Musikers Scott Roller begleiteten die eindrucksvolle Performance von Stefanie Quaas und Thomas Putze in der Jugendkirche anlässlich der Nacht der Offenen Kirchen an Pfingstsonntag.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der ganz besonderen Atmosphäre im Kirchenraum. Eindringlich wurde die Situation von flüchtenden und hilfesuchenden Menschen dargestellt. Unzählige bunte Schiffe, umgeben von Wellen, herabgeworfene Rettungsringe und die in großen Buchstaben an die Wand drapierten Worte RESCUE, HELP und MERCY regten zum Nachdenken an.

Der Performance im Kirchenraum, jeweils zur vollen Stunden, beginnend um 19 Uhr, schloss sich ein zweiter Teil im Untergeschoss der Martinskirche im ehemaligen Lazarettbunker unter der Anleitung von Jugendpfarrer Matthias Rumm an. Im ganzen Haus waren Arbeiten von Schüler*innen zu sehen, die während der Werkstatttage seit Ostern unter Anleitung von Künstler*innen und pädagogischer Begleitung der hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Jugendkirche entstanden waren.

Danach gab es die Möglichkeit für ausführliche Gespräche. Ein Angebot, das von den Besuchern sehr gut angenommen wurde.

Die rege Teilnahme, die guten Gespräche sowie die einfühlsame Darstellung der Situation der hilfesuchenden Menschen zeigten, wie wichtig es ist, sich in vielfältiger Hinsicht mit dieser wichtigen Thematik auseinander zu setzen und machten diese Pfingstnacht in der Jugendkirche zu einem ganz besonderen Erlebnis.